Test/Review – Lezyne Super GPS

Lezyne Super GPS

Bis vor einigen Jahren, kannte man Lezyne vor allem für hochwertige Fahrradbeleuchtung. Ob auch die Radcomputer so qualitativ sind bleibt jedoch erstmal offen. Am Beispiel des Lezyne Super GPS wollen wir das nun feststellen.

Neben dem Platzhirsch Garmin bieten auch Lezyne, Wahoo und co. mittlerweile hochwertige Radcomputer an. Inwiefern die Modelle konkurrieren können und welche Vor- und Nachteile sie bieten wollen wir in den nächsten Wochen feststellen. Anfangen wollen wir dafür mit dem Lezyne Super GPS Radcomputer.

Test/Review - Lezyne Super GPS-Training, Test, Technik, Radcomputer
Der Radcomputer kommt in einem simplen schwarz/weiß Look daher

Dafür haben wir von Lezyne das Super GPS Loaded Kit – HR/SC erhalten. Dieses beinhaltet neben dem Radcomputer außerdem einen Herzfrequenzgurt, einen Geschwindigkeits- und einen Trittfrequenzsensor. Getestet haben wir davon den Lezyne Super GPS Radcomputer und den Heart Rate Flow Sensor. Die Trittfrequenz haben wir im Test durch einen Favero Assioma Duo Powermeter erhalten, und die Geschwindigkeitsbestimmung via GPS vorgenommen.

Unboxing und erster Eindruck – Lezyne Super GPS

Das Lezyne Super GPS Bundle wird in einer praktischen Kunststoffbox geliefert. Diese wirkt sehr stabil und stellt mehr als ausreichend sicher, das der Radcomputer gut geschützt ist.

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Lezyne Super GPS Kit

Wenn man die Box öffnet werden die Hauptbestandteile des Lieferumfang sofort präsentiert. Der Radcomputer und die Sensoren sind sorgfältig und passgenau in Schaumstoff eingelassen.

Als erster holen wir den Radcomputer heraus und sind positiv überrascht. Das Gerät ist ausgesprochen leicht. Andererseits fällt uns schnell auf, dass das Gehäuse des Lezyne Super GPS etwas klobiger ist. Ein Grund dafür ist unter anderem die Lenkerhalterung, auf die wir später weiter eingehen. Der Kunststoff des Gehäuse wirkt nicht ganz so qualitativ, wie wir es von einem Garmin Gerät wie dem Edge 520 gewohnt sind, es ist trotzdem hochwertig verarbeitet.

Als Nächstes fällt uns der rote durchsichtige Herzfrequenzsensor mit seinem auffälligen Design direkt ins Auge und gefällt gut. Sowohl der Sensor als auch der Herzfrequenzgurt haben ein hochwertiges Erscheinungsbild.

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Lezyne Herzfrequenz Flow Sensor

Der Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor wirkt ähnlich hochwertig, wie die anderen Produkte.

Unter der Abdeckung finden die restlichen Bestandteile des Lieferumfang. Hier ist einerseits der Gurt des Herzfrequenzsensor, verschiedene Lenkerhalterungen und die Bedienungsanleitung.

Der erste Eindruck des Lezyne Super GPS ist gut und lässt uns gespannt in den Praxistest gehen.

Einrichtung des Lezyne Super GPS

Nach dem Aufladen des Lezyne Super GPS Radcomputer und vor der ersten Ausfahrt wollen wir eine erste Einrichtung vornehmen. Hierzu gibt es eine eigene App von Lezyne. Man verbindet das Smartphone auf dem man die App installiert hat via Bluetooth mit dem Radcomputer. Dann kann man verschieden Einstellungen wie zum Beispiel die Trainingsseiten direkt vornehmen. So steht einem die intuitive Smartphone Bedienoberfläche zur Verfügung. Das war sehr hilfreich und erlaubte es schnell die Trainingsseiten an die eigenen Gewohnheiten und Vorlieben anzupassen. Während der Fahrt erfolgt die Bedienung des Lezyne Super GPS Radcomputer je 2 Knöpfe auf der rechten und der linken Seite.

Schnell haben Geschwindigkeit, Leistung, Herz- und Trittfrequenz, Distanz und Fahrzeit ihren Platz gefunden und der Lezyne Super GPS ist bereit für die erste Testfahrt.

Montage & Verbindung der Sensoren am Super GPS Radcomputer

Den Lezyne Super GPS haben wir mit der mitgelieferten Gummiringhalterung am Oberlenker montiert. Der Super GPS wird in die X-Lock Halterung um 45 Grad versetzt, mit leichtem Druck eingesetzt und dann in seine Endposition gedreht. Da sich der Radcomputer in der Halterung nicht nur horizontal, sondern dank einem elastischen Kunststoffteil auch vertikal verschränkt, sitzt er immer sicher. Das gefällt uns!

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Super GPS mit X-Lock Lenkerhalterung

Auch auf Kopfsteinpflasterstücken, denen man in unserer Testregion in Ostbelgien und der niederländischen Region Limburg häufiger begegnet, machte die Halterung keine Probleme. Dafür baut der Radcomputer wesentlich höher auf als vergleichbare Modelle von Garmin oder Wahoo. Vor allem optisch ist das etwas gewöhnungsbedürftig.

Die Einrichtung und Verbindung von ANT+ und Bluetooth Smart Sensoren geschieht problemlos. Beim der ersten Benutzung wird das gewünschte Gerät über die Einstellungen hinzugefügt. Bei weiteren Benutzungen verbindet sich die Lezyne Super GPS Headunit automatisch mit den Sensoren. Im Test haben wir einen Lezyne Heart Rate Flow Sensor und einen Powermeter für Leistungs- und Trittfrequenzdaten verbunden.

Fahren mit dem Lezyne Super GPS

Die Testfahrten mit dem Lezyne Super GPS waren durchaus positiv geprägt. Der Radcomputer startet überraschend schnell und ist sofort bereit. Das liegt auch daran, dass die Verbindung zu den Sensoren und dem GPS-Netzwerk schnell hergestellt ist. Die Datenübertragung von den Sensoren lief kontinuierlich und ohne Ausfälle, sowohl via ANT+ als auch über Bluetooth Smart.

Auf dem Home-Bildschirm werden immer die Akkuzustände des Radcomputers und der verbundenen Geräte, Sensoren und Handy, angezeigt. Ein praktisches Feature!

Der Radcomputer konnte die angegebene Batterielaufzeit von 24 Stunden auch bei kaltem Frühjahrswetter bestätigen und arbeitete auch sonst zu unserer Zufriedenheit.

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Trainingsansicht des Super GPS Radcomputer – hier mit Geschwindigkeit, Distanz, Leistung, Herz- und Trittfrequenz

Das farblose Display ist auch bei starker Sonne oder Regen sehr gut lesbar und bietet einen vernünftigen Überblick über die gewünschten Daten. Hierbei ist eine Ansicht von bis zu 8 Feldern zeitgleich möglich. Wenn du gerade erst in das gesteuerte Training einsteigst, empfehlen wir dir jedoch unabhängig davon welchen Radcomputer du nutzt, eher wenige Felder einzublenden. So wird der Blick nicht vom Wesentlichen, der Straße, abgelenkt und das Display bleibt übersichtlich.

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Die Aero-Front-Halterung des Lezyne Super GPS

Positiv ist, dass auch in der Aero-Front-Halterung alle Tasten immer gut erreichbar sind. Wenn man die Anleitung befolgt, arbeitet der Herzfrequenzgurt sehr zuverlässig. Die Verbindung funktioniert problemlos und der Sensor aktivierte sich stets von alleine beim anlegen. Es ist wichtig die Messoberfläche vor der Benutzung immer vernünftig anzufeuchten, da sonst keine oder falsche Messwerte ausgegeben werden.

Vereinzelte Bedienungsprobleme

Die Bedienung über die 4 Knöpfe an den Seiten des Radcomputers gestaltet sich teils schwierig. Gerade mit Handschuhen sind diese schwergängig und kompliziert zu bedienen. Die Belegung der Knöpfe in der Menüführung ist nicht immer intuitiv. Es ist etwas schade, dass man die Fahrt nicht schnell pausieren kann – man muss den Knopf gedrückt halten. Drückt man nur kurz, so wird eine Runde abgedrückt. Dafür bietet Lezyne allerdings eine Auto-Pause-Funktion. In Verbindung mit dem integrierten Beschleunigungssensor und dem GPS-Signal erkennt diese sofort, wenn man anhält. So wird zum Beispiel ein Ampelstop präzise und schnell erkannt, das System pausiert und beim losfahren wieder aktiviert. Das führt dazu, das nur die effektive Fahrzeit registriert wird und Durchschnittswerte realistischer sind.

Der Lezyne Super GPS bietet einige Basic Navigationsfunktionen.

Navigation mit dem Lezyne Super GPS

Egal ob du mit geplante Strecken fahren möchtest oder einfach gerne drauf los fährst und dann Hilfe auf dem Heimweg brauchst – der Lezyne Super GPS bietet 3 hilfreiche Basic-Funktionen.

  1. Brotkrümel Navigation
  2. App Navigation
  3. Online Navigationsplanung

Die Brotkrümel Navigation des Super GPS Radcomputer ist sehr einfach gehalten. Der Radcomputer bietet dir keine Karte. Man sieht lediglich den Startpunkt und die bisher gefahrene Strecke. Das bietet einen leichten Überblick und im Zweifel kann man zurück in Richtung des Startpunkts fahren, doch insgesamt ist diese Funktion etwas chaotisch.

Die App Navigation läuft wie folgt ab. In der App gibt man das gewünschte Ziel ein und erhält drei Streckenvorschläge, die man leider nicht mehr bearbeiten kann. Drückt man dann auf „Los“ wird die Strecke via Bluetooth an den Radcomputer gesendet und man wird mit Akkustiksignalen und Streckenführungshinweisen (Straßennamen) navigiert. An der Genauigkeit könnte allerdings noch etwas gearbeitet werden. Die Hinweise waren häufiger ungenau oder verwirrend, und führten so dazu das wir falsch abbogen und umdrehen mussten. In dem Fall gab es jedoch stets einen Warnhinweis, wie es auch bei anderen Herstellern Standard ist.

Bei der Online-Planung https://www.lezyne.com/gpsroot/gps_login.php kann man die Streckenführung völlig frei gestalten. Man kann die Route dann in der App abrufen und auf den Super GPS laden. Die vereinzelten Fehlführungen in der Navigation, bleiben auch hierbei erhalten.

Fazit zum Lezyne Super GPS

Der Lezyne Super GPS ist ein hochwertiger Radcomputer und kann sich als Einstiegs-Allrounder durchaus sehen lassen. Gerade im Bundle ist neben dem Radcomputer praktisches Zubehör für den Einstieg in geplantes und gesteuertes Training enthalten. Darüber hinaus bietet diese Lezyne Headunit einfache Navigationsfunktionen.

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Ein Radcomputer für Einsteiger – Lezyne Super GPS

Der volle Bedienungs- und Nutzungsumfang ist nur in Verbindung mit der App und Cloud verfügbar – dafür dann aber einfach gestaltet. In einer Preisrange von 150,- bis 230,- Euro (inklusive aller Sensoren) ist das System zurecht angesiedelt und durchaus konkurrenzfähig gegenüber dem Platzhirsch Garmin.

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