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Auswirkung von Ermüdung auf Muskelsteifheit und Intervallsprints beim Radfahren

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Auswirkung von Ermüdung auf Muskelsteifheit und Intervallsprints beim Radfahren-Trainingssteuerung, Intervalltraining, Diagnostik

In einer vorangegangenen wissenschaftlichen Arbeit wurde festgestellt, dass muskuloartikuläre Spannung (im engl. musculoarticular stiffness) unter erholten Bedingungen im positiven Zusammenhang mit der maximalen Sprintleistung auf dem Rad steht. Diese Forschungsarbeit untersucht nun, ob Sportler, die eine relativ höhere Muskelspannung haben, auch unter Ermüdung, wie sie in einem Radrennen auftritt, effektiver sprinten können. Hierzu wurde bei 21 gut trainierten Radsportlern die individuelle Muskelspannung des Quadriceps femoris (großer vorderseitiger Oberschenkelmuskel) ermittelt. Zusätzlich wurde auf einem Ergometer ein 6-Sekunden Sprinttest durchgeführt um:

a) die maximale Sprintleistung (POpeak)
b) das maximale Kurbeldrehmoment (CTpeak)
c) die maximale Rate der Kurbeldrehmomententwicklung (RCTDpeak)

zu ermitteln. Anschließend wurde ein Ermüdungsprotokoll durchgeführt, bei dem die Sportler zuerst eine Leistung in Höhe von 30%, 35% und 40% ihrer maximalen Sprintleistung erbringen und am Ende jeder dieser Stufen einen maximalen Sprint durchführen mussten. Währenddessen wurde mittels einem EMG die muskuläre Signalübertragung gemessen. Hiernach wurde die individuelle Muskelspannung der Teilnehmer erneut gemessen.

Es konnte festgestellt werden, dass die Muskelspannung nach der Ermüdung um 12% signifikant abgenommen hatte. Des Weiteren waren POpeak (-20%), CTpeak (-15%), RCTDpeak (-13%) und iEMG (-20%) signifikant reduziert (p< 0,05). Wurden die Probanden anhand der Vormessung in zwei Gruppen mit entweder hoher Muskelspannung (SG) oder niedriger Muskelspannung (CG) eingeteilt, wurde festgestellt, dass beide Gruppen unterschiedlich auf das Ermüdungsprotokoll reagieren. Während die Gruppe Probanden mit wenig Muskelspannung nur einen geringen Verlust der Sprintleistung zu verzeichnen hatte, fiel die Sprintleistung der Gruppe mit hoher Spannung auf das Niveau der Gruppe mit wenig Spannung ab.
Für Wettkampfsportler ist es also wichtig, ein Trainingsprogramm durchzuführen, welches ermöglicht über die gesamte Wettkampfdauer eine möglichst hohe Muskelspannung zu erhalten.

Ditroilo, M., Watsford, M., Fernandez-Pena, E., D‘Amen, G., Lucertini, F. & De Vito, G. (2011) Effects of fatigue on muscle stiffnes and intermittent sprinting during cycling. Med. Sci. Sports Exerc., 43 (5), 837-845.

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